Das nepalische Gesundheitswesen

Die Bevölkerungszahl betrug im Jahr 2011 in Nepal 26,25 Millionen, davon waren 48% unter 18 Jahren alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen in Nepal beträgt derzeit 57,8 Jahre und für Männer derzeit 57,3 Jahre.


3,8 % des Bruttoinlandsproduktes werden nur für das Gesundheitssystem ausgegeben; 64% der ermittelten Kosten werden aus dem Ausland finanziert. Daran beteiligt ist Deutschland mit jährlich ca. 5 Millionen Euro. Die Ausgaben pro Kopf liegen derzeit bei 3,10 US Dollar. Von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) werden 12,00 US Dollar gefordert, um eine minimale Versorgung zu gewährleisten. Eine optimale Versorgung würde bei ca. 60,00 US$ vorliegen.


Zugang zur medizinischen Versorgung haben nur etwa 10% der gesamten Bevölkerung. Zugang zu sauberem Wasser haben 69 % aller Einwohner, wobei 77 % der Menschen ohne Sanitäranlagen leben. Im Jahr 1999 gab es im ganzen Land schätzungsweise 980 Ärzte, circa 5.500 Krankenschwestern und circa 13.000 Gesundheitsarbeiter im nepalischen Gesundheitswesen. Es existieren 83 Krankenhäuser mit 4.124 Betten (staatliche und private Einrichtungen). Von den etwa ca.980 Ãrzten in Nepal arbeiten über 60% im Katmandutal; der ganz überwiegende Teil der restlichen 40% arbeitet in den größeren Städten im Süden des Landes, wovon nur deutlich weniger als 10% in ländlichen Gegenden arbeitet und davon nur eine sehr geringe Anzahl in den gebirgigen und abgelegenen Regionen Nepals. Dabei handelt es sich in der Regel um Allgemeinmediziner. Andere Fachärzte, insbesondere Chirurgen, sind praktisch nicht in entlegenen Gebieten anzutreffen. Die Kindersterblichkeit liegt derzeit bei 5,57 %, die der Mütter bei 0,76%. Der Anteil der unterernährten Kinder beträgt 26,4 %. Die häufigsten Erkrankungen bei Kindern sind Lungenentzündung und Durchfall danach folgen sofort Folgesymptome der Unterernährung. Die Behandlungskosten für medizinische Eingriffe müssen in Nepal vollständig privat getragen werden, eine Krankenversicherung gibt es nicht.

Hierzu folgende Beispiele: Eine Schädel-Computertomografie kostet ca. 50,00 US Dollar (1) und ein Oberbauch-Ultraschall kostet  8,00 US Dollar (2). Entbindung mit 1 Tag Aufenthalt ca. 40,00 Euro (3). Zahnprothesen (oben und unten) inkl. Medikamente und Gebühren ca. 250,00 Euro(4). Reguläre Dentallabore gibt es nicht und wenn sind diese völlig unzureichend ausgestattet. Viele Notfälle in Notfallaufnahmen von Krankenhäusern können nicht rechtzeitig behandelt werden, da erst festgelegte Kosten des Notfallarztes direkt an der Kasse im Krankenhaus gezahlt werden muss. Dadurch höhere Sterberate oder Notfälle mit Folgeschäden. Unzureichende Ausbildungen der dort arbeitenden Ärzte in verschiedenen Fachbereichen runden das Bild ab.


Quelle: (1)(2)(3)Teaching Hospital in Kathmandu - (4) Kantipur Dental Hospital/Basundhara - Central Bureau of Statistics in Nepal